Bücher mit farbigem Buchschnitt- Ein Trend mit Zukunft?

Bücher mit farbigem Buchschnitt- Ein Trend mit Zukunft?

Man sieht sie überall- farbige Buchschnitte

Kaum vorstellbar, dass gerade irgendeiner der vielen Buchverückten da draußen an diesem Trend vorbeikommt- haben doch mittlerweile sogar Verlage den Trend erkannt und werten ihre Erstauflagen mit wahlweise einfarbigem oder auch teils ausgefallenen Buchschnitten auf, um Aufmerksamkeit auf ihre Neuerscheinungen zu lenken.

Dazu kenne ich mittlerweile auch einige Onlineshops, die sich gegenseitig Buch um Buch übertrumpfen.

Und nein, ich persönlich komme mittlerweile nicht nur nicht daran vorbei- ich sammle sie sogar.
Was erst ein schleichender Prozess und mehr Nebeneffekt war, wurde schnell zum (weiteren) Laster. Und versteht sich übrigens hervorragend mit einem meiner anderen Laster, meiner Buchboxensucht.

Die Farbschnittbücher & Ich

Dabei begann alles ganz harmlos und unscheinbar. Mein erstes Buch mit farbigem Buchschnitt habe ich vor gut zwei Jahren gekauft: „Tausend Mal schon“ von Marah Woolf kam bereits vom Verlag mit einem wunderschönen Buchschnitt.
Das war und ist etwas Besonderes. Ein einzelnes Buch, welches man auch im Bücherregal so platzieren kann, dass es hervorsticht.

Dann war er da: Der Trend.
Wenn auch noch immer schleichend.
Zwei weitere Farbschnittbücher mit einfarbigem Buchschnitt zogen direkt von der Buchhandlung zu mir ins Regal: „Crave“ und „Vergiss mein nicht“.

Auch hier gab es noch keine Verwirrung, denn diese kann man einfach richtigrum oder falschherum ins Regal stellen. Sie sind etwas Besonderes, aber müssen nicht in Szene gesetzt werden.
Anders ist das bei den vielen wunderschönen und aufwendigen Farbschnitten, die dann gefolgt sind. Viel zu schade, um sie einfach ins Regal zu stellen, Cover nach vorne, so wie die anderen.
Aber falschherum macht für mich auch keinen Sinn, und zum schräg stellen und in Szene setzen fehlt mir schlicht der Platz.

Vor allem, weil es ja nicht bei drei Farnschnittbüchern blieb.

Denn dann kam die Buchboxensucht und weitere Farbschnittbücher, die zu schön sind um sie zu verstecken.
Zeitgleich habe ich die vielen tollen Onlineshops entdeckt, die diese Sondereditionen anbieten.

Das ist kaum ein Jahr her, und trotzdem ist meine Sammlung bereits explodiert.

Und was macht man jetzt damit?

Und da wäre ja auch noch die Frage mit der Platzierung.

Erst letztes Jahr habe ich die Community gefragt, was ich damit jetzt eigentlich soll. Stellt man die falschherum ins Regal?

Mittlerweile setze ich die schönsten auch schön in Szene. Allerdings komme ich hier in unserer kleinen Bude wirklich an unsere Grenzen.

Irgendwann sitze ich in meiner eigenen Bibliothek, die genug Platz bietet und bewundere meine Sammlung.
Bis dahin sollte ich aufhören, mir welche zu kaufen😉

Keine mehr kaufen?

Das wird natürlich nicht funktionieren. Mein Umgang damit ist jetzt schon ziemlich gut, finde ich.

Derzeit habe ich zwei monatliche Buchboxen- Abo´s, in denen eigentlich immer ein besonderes Buch ist.
Dazu kommt ab und zu noch eine Specialbox, von einem Buch, dass ich mir sowieso gekauft hätte. Da freue ich mich auch über besondere Ausgaben.
Ebenso bestelle ich in den Online Shops nur Bücher, die ich mir ohnehin gekauft hätte, und freue mich dann auch hier, wenn das Buch besonders ist.
Zu guter Letzt hat mich die Sondereditionen- Sucht gepackt, und ich habe mir dieses Jahr schon zwei Reihen bestellt, die als einfache Bücher bereits habe.

Praktisch jeder kontofreundliche Vorsatz wird sowieso von Instagram vernichtet.

Und wenn ich das Ganze anfangs gar nicht verstanden oder gebraucht habe, habe ich mittlerweile eine Leidenschaft dafür entwickelt.

Wahrscheinlich werde ich mir in nächster Zeit einen Nebenjob suchen müssen, denn es ist ein sehr kostenintensives Hobby und von Kooperationen bin ich noch weit entfernt.

Prognose:

Hier noch meine persönliche Prognose für diesen Trend.

Natürlich ganz professionell als Buchbloggerin, und Leserin die offensichtlich in die Zielgruppe passt😊

Ich glaube nicht, dass es in Zukunft Buchblogger*innen gelingen wird, an diesem Trend vorbei zu kommen.
Vor allem habe ich das Gefühl, er fängt gerade erst an.

Deshalb werden uns farbige Buchschnitte auch noch eine Weile begleiten.
Aber wir werden bald alle an unsere Grenze kommen. Sei es finanziell oder weil man einfach schon zu viele hat, und das Besondere verloren geht.

Auch bei mir kristallisiert sich da ein Muster. Ich investiere mehr in Bestsellerautorenbücher und Sondereditionen bereits bekannter Bücher (z.B. „Blood & Ash“ oder „LOTR“) und vor allem Hardcover und limitierte Auflagen.
Bei diesen gehe ich auch von einer Wertsteigerung aus.
Bei Taschenbüchern verstehe ich das Ganze ehrlich gesagt jetzt schon nicht mehr. Das ist weniger etwas Besonderes, trotz farbigem Buchschnitt. Bei Taschenbüchern von unbekannten Autoren werde ich unwahrscheinlich irgendwann mehr als den Verkaufspreis bekommen, egal wie die Seiten aussehen.

Also werden uns Farbschnittbücher noch lange begleiten, nach meiner Prognose wird der Markt aber bald gesättigt sein und kleiner werden, und sich zurück zu wahren Sondereditionen entwickeln.

Was meinst du:

  • Hat dieser Trend Zukunft?
  • Bist du ihm auch verfallen oder interessiert dich nicht, wie die Seiten aussehen?
  • Und wie platzierst du sie Zuhause?

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