„Game Changer“ von Neal Shusterman

„Game Changer“ von Neal Shusterman

Rezension zu „Game Changer“ von Neal Shusterman

Anzeige, da Nennung

Headline: Da stecken Können, Lebenserfahrung und das Gegenteil von erhobenem Zeigefinger drin

Woher:
Das Buch habe ich in meinem Urlaub in Irland entdeckt und gekauft, um dann in Deutschland festzustellen, dass es gerade auf Deutsch erscheint.
Ich habe es trotzdem gerne auf Englisch gelesen, auch wenn ich jetzt kein bisschen früher dran war…
Mein Lob an dem Fischer- Verlag, wie schnell das mit der Übersetzung ging.

Hier siehst du, was ich in Irland noch alles entdeckt habe…

Buchdetails:

Deutsche Ausgabe:
ISBN:9783737358842
Sprache: Deutsch
Ausgabe: Fester Einband
Umfang:416 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer
Erscheinungsdatum:13.10.2021

Englische Ausgabe (meine Ausgabe):
ISBN: 9781406398632
Verlag: Walker Books Ltd
Erscheinungsdatum: 11.02. 2021

Erwartungen:
Sehr hoch. Ich großer und bekennender Neal Shustermann- Fan. „Game Changer“ ist dabei das erste Buch, dass ich von ihm in Originalsprache gelesen habe.


Cover/Qualität Print:
Da bin ich richtig neidisch auf die deutsche Ausgabe. Nicht nur ist da das Cover schöner, es ist auch ein Hardcover:

Game Changer - Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, alles falsch zu machen

Bildquelle: S.Fischer Verlage

Zu gerne hätte ich da die deutsche Ausgabe im Regal stehen, ist aber leider etwas unnötig, wenn ich es auf Deutsch nicht nochmal lese…


Setting:
Ash ist ein durchschnittlicher Jugendlicher. Er spielt Baseball, hat Freunde, hofft auf ein Stipendium. Eigentlich stört ihn nur sein weiblicher Name: Ashley.
Als er bei einem eigentlich gewöhnlichen Spiel am Freitagabend heftig mit einem Spieler aus der anderen Mannschaft stößt, fühlt er sich nur ein wenig seltsam. Bis er auf dem Heimweg ein Stoppschild überfährt.
Denn es ist blau. Und es war schon immer blau.

*Spoiler*
Ash ist verwirrt. Warum ist das Stoppschild für alle blau? Als er am nächsten Freitag das gleiche erlebt, und dadurch in einem anderen Haus wohnt, nimmt das Buch richtig an Fahrt auf. Den Ash ist im wahrsten Sinne des Wortes der Mittelpunkt des Universums und verändert durch die Stöße die Realität. Leider nicht zum besseren…

(Haupt-)Charaktere:
Ash ist ein weißer, durchschnittlicher Cis- Junge, der zu Anfang nicht wirklich über den Tellerrand schauen kann. Im Laufe des Buches legt Ash aber eine Beeindruckende Entwicklung hin, und muss sein Weltbild mehr als nur einmal hinterfragen.
Am besten gefällt mir der Humor seines kleinen Bruders etwa ab der Hälfte des Buches.


Schreibstil:
Die Geschichte wird aus der Perspektive des Protas Ash erzählt. Dadurch konnte ich mich sofort mit ihm identifizieren.
Auch sonst schreibt Neal Shusterman spannend und packend, ich musste es eigentlich mal wieder schnell lesen.



Meinung/Fazit:
Für fünf Sterne reicht es leider nicht, weil das Buch z.B. mit der „Vollendet“- Reihe nicht so richtig mithalten kann. Außerdem werden hier zwei Geschichten recht schnelllebig erzählt. Zum einen eine abgedrehte „verschiedenen Universen“ Geschichte, zum anderen eine Geschichte über die alltäglichen Probleme vieler Unterpräsentierten Gesellschaftsgruppen und die damit einhergehende „Nicht-mein-Problem“-Haltung vieler.
Dennoch reicht es allemal für vier Sterne, einfach weil Neal Shusterman auch hier wieder gekonnt wichtige Themen verpackt und reflektiert, ganz ohne den Zeigefinger zu erheben.
Rassismus, Homophobie und toxische Beziehungen sind Themen, mit denen man (unter anderem mir) schnell vor den Kopf stoßen kann. Zum einen, weil wir Menschen bequem sind, und Probleme nicht gerne sehen und lösen möchten mit denen wir selbst nicht unmittelbar betroffen sind, und zum anderen, weil diese Themen einem (gefühlt) immer vor den Latz geknallt werden. Mittlerweile überall, sodass man sich fast schon eine Abwehrhaltung zulegen muss, wenn man nicht permanent damit zugeknallt und zur Verantwortung gezogen werden will. Für Dinge, die gefühlt einfach weit weg sind.
Doch das sind sie gar nicht.
Hier merkt man dem Autor die Lebenserfahrung deutlich an. Ebenso wie gut er sein Handwerk versteht. Denn er hat mit Ash einen Protagonisten geschaffen, mit dem sich die meisten identifizieren können, die meist nicht direkt betroffen sind. Er knallt Ash in verschiedene Realitäten, in denen er gezwungen ist, diese Themen zu reflektieren und etwas dagegen zu unternehmen.
Und durch die Perspektive, der Leser erlebt die Geschichte durch Ash´s Augen, ist man hautnah dabei.
Das macht die Geschichte in meinen Augen sehr authentisch und lesenswert.
Hut ab.
Erwähnen möchte ich noch die grandiosen Methapern und Umschreibungen, die das Buch bereichern.

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