Ist das Hype oder kann das weg? (Abbruch-) Rezension zu „Godkiller“ von Hannah Kaner

Ist das Hype oder kann das weg? (Abbruch-) Rezension zu „Godkiller“ von Hannah Kaner

Keine Angst, ich habe nicht vor das Buch zu zerreißen. Oder doch? Nein, ich doch nicht.

Vor allem: Wer auf epische Fantasy mit außergewöhnlichen und süßen Charakteren steht, in der absolut gar nichts sonst passiert, kommt hier voll auf seine Kosten. Meins ist das halt nicht.

Dabei hat es so schön angefangen:
Das Buch durfte als englische Sonderedition (Illumicrate) schon lange bei mir einziehen und hat das große Aussortieren Ende letzten Jahres wohl überstanden.
Seitdem wurde es ein großer TikTok Star und erschien erst kürzlich, mit großem Werbebudget Tamtam und Farbschnitt auf Deutsch.

Für mich als Buchbloggerin war klar: Das muss ich haben! Oh halt, hab’s ja schon. Dann lesen! Und rezensieren! Mitsprechen! Jetzt.

Gedacht, getan.
Es startet schockierend gut, mit Göttern und roher Gewalt. Dann lernen wir eine Protagonistin kennen, die „Godkiller“. Dann ein kleines Mädchen mit Mini- Gott. Die beiden finden zueinander und reisen zusammen weiter. Dann sind da ein König und sein ehemaliger Freund und Krieger. Dann zieht der Krieger alleine los. Währenddessen kommt das erste Duo an.
Noch ein Kapitel davon, wie sie dort nichts tun, und ich hätte das Interesse verloren. Im nächsten Kapitel geht es wieder zum Krieger, der auch irgendwo ankam und für meinen Geschmack jedenfalls viel zu lange da chillt.

Und dann habe ich das Interesse verloren. Seite 71.

Das ist jetzt zwei Wochen her und ich habe das Buch seitdem nicht mehr zur Hand genommen. Es interessiert mich irgendwie nicht, wie es weitergeht.

Laut anderen Rezensenten passiert auch nicht wirklich viel bis zum Ende des Buches. Und die die schwärmen, schwärmen von den Charakteren. Ja, die sind cool.

Das Ganze erinnert also an „Der Name des Windes“, bei dem 800 Seiten nichts passiert, und dass trotzdem zum Welt-Bestseller der Fantasy wurde. Fantasy- Leser*innen mögen das.

Und ich frage mich, was mit mir nicht stimmt.

Oder ob das Buch einfach nur künstlich aufgeblasen wurde und dann alle so tun, als würden sie´s hypen, weil das alle tun.

Als Buchbloggerin mit über 100 gelesen Büchern in letzten zwei Jahren verstehe ich auch leider diesen Trend nicht, bei dem die Bücher immer langatmiger werden und das Tempo immer weiter gedrosselt wird.
Würde ich, wie der Durchschnittsmensch, nur ein bis fünf Bücher pro Jahr lesen, könnte ich dem sicher mehr abgewinnen.

Ich sag ja nicht, dass es schlecht ist, ich bin sicher dieser langatmige Debüt- Roman, der in 12 weitere Sprachen übersetzt wird, findet seine Leser*innen und Fans.

Aber so viele? Und kann man aus meiner Formulierung vielleicht herauslesen, wie seltsam und unwahrscheinlich und ungewöhnlich ich das finde? Nein? Puh, dann ist gut.

Meins wars jedenfalls nicht, aber über die Werbebudget- Farbschnitt- Hypesache mache ich mir gerade wieder sehr viele Gedanken.

Aber wenn ich die hier komplett ausführe, zerreiße ich vielleicht am Ende doch noch ein Buch, dass den Zerriss nicht verdient hat. Wer weiß?

Es kann ja nicht jeder alles mögen. Und wenn es noch so schön verpackt ist.
 

Eins noch: Von dem letzten Hype- Buch, dass ich abgebrochen habe, hat man schon lange nichts mehr gesehen oder gehört. Damals habe ich im Beitrag sogar meine eigenen Beweggründe hinterfragt.

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