„Lindenherz“ von Tala T.Alsted

„Lindenherz“ von Tala T.Alsted

Rezension zu „Lindenherz“ von Tala T.Alsted

Heute habe ich es endlich mal wieder geschafft, mich an eine ausführliche Rezension zu setzen. Für das Buch habe ich recht lange gebraucht, aber das liegt nicht am Buch, sondern an der Gesamtsituation. Tatsächlich habe ich mich die letzten Tage sehr darauf gefreut, weiterzulesen und in dieser wundervollen Story zu versinken.
Warum, erzähle ich dir jetzt ausführlich und wie immer Spoilerfrei. 😊

[Selbstgekauft, aber kann dich sowasvon beeinflussen]

Woher?

Das Buch habe ich direkt über Tredition.de bestellt. Mittlerweile gibt es das Buch auch signiert bei Lieblingsautor.de, dafür war ich aber ein paar Tage zu schnell beim Bestellen. Das Buch gibt es natürlich auch auf Nachfrage bei deinem örtlichen Buchhändler und als e- book.

Buchdetails:

Softcover:
ISBN: 978-3-347-51540-6
Veröffentlichungsdatum: 27.12.2021
Seiten: 688
Maße und Beschnitt: 12 x 19 cm

Preis: 19,99 €

Hardcover (meine Ausgabe):
ISBN: 978-3-347-51541-3Maße und Beschnitt: 12 x 19 cmSeiten: 688

Preis: 25,99 €

Das Preis wirkt ihm ersten Moment etwas hoch, aber man darf nicht vergessen das es sich hier um ein Buch im Selfpublishing handelt, bei dem die Autorin im Voraus schon viele Kosten stemmen musste.

Außerdem sind 688 Seiten nicht wenig, und rechtfertigen den Preis für mich hier auch schon.

Headline:

Mein neuer Maßstab fürs Selfpublishing! Und jetzt würde ich doch gerne in der Zeit zurück und Geschichte studieren 😊

Erwartungen:

Tatsächlich hatte ich etwas Bammel. Bisher habe ich mit selbstverlegten Büchern keine guten Erfahrungen sammeln können.

Außerdem kenne ich die Autorin von unserem gemeinsamen Buddyread. Für mich war es daher wichtig, distanziert und unvoreingenommen das Buch zu lesen und rezensieren.
Zum einen habe ich es mir deshalb selbstgekauft, zum anderen möchte ich die Autorin hier auch gerne unterstützen.

Als es dann ankam, haben mich die über 600 Seiten zugegebenermaßen auch etwas abgeschreckt.

Alle meine Bedenken waren natürlich unbegründet und die fast 700 Seiten sind randvoll mit Spannung und Emotionen.

Ich möchte trotzdem meine Bedenken vor dem Lesen mit dir teilen, um eben diese Vorbehalte gleich mal auszuräumen.

Cover/Qualität Print:

Hier musste es für mich persönlich natürlich das Hardcover sein, wenn es schon angeboten wird. Die Qualität des Hardcovers ist sehr gut, einziges Manko ist die Breite des Buchs. Ich finde, die ist ein paar Millimeter zu kurz geraten und lag nicht immer so gut in der Hand.Cover und Titel passen perfekt zum Inhalt.

Setting:

Das Buch beginnt im Ort Grünfels mit der Protagonistin Katharina, die ihre Ferien am liebsten bei ihrer Oma Edi verbringt. Eines Tages steht die sonst verschlossene Tür zu einem Schlafzimmer mit einem alten Schrank offen, und Katharina kann ihre Neugier nicht zügeln.

Wie hätte sie auch ahnen können, dass der Spiegel des alten Schrankes sie 824 Jahre in die Vergangenheit bringt? Und direkt zu Johann, der unbedingt Ritter werden möchte und Katharina seltsam vertraut vorkommt.

Als die Freundschaft der beiden immer inniger wird, verlangt Katharina von ihrer Großmutter antworten.

Doch was das Geheimnis des Schrankes noch alles mit sich bringt, lässt sich nicht erahnen, als Katharina Jahre später gezwungen ist, das Portal noch einmal zu nutzen.

Charaktere:

Die Charaktere sind der Autorin alle samt gelungen.

Edi, Katharinas Großmutter, ist eine starke und gleichzeitig sensible Frau, die in einem Haus voller Bücher lebt.

Die Protagonistin Katharina ist mir auch sympathisch, und sie legt eine schöne Entwicklung hin.

Johann lässt sich nicht immer richtig einschätzen und verhält sich nicht immer korrekt, aber er ist ja auch schließlich im Mittelalter großgeworden und dadurch auch authentisch dargestellt.

Auch die Nebencharaktere sind toll, z.B. Katharinas beste Freundin und spätere Mitbewohnerin Sarah und ihr Freund Kilian, die mich wirklich überrascht haben.

Schreibstil:

Auch hier habe ich nur wenig zu bemängeln. Was mich wahrscheinlich selbst am meisten beeindruckt, wo ich so viele Verlagsbücher lese.

Am Anfang bin ich eigentlich am meisten über den Namen „Katharina“ gestolpert 😉

Hier und da ist mal ein Wort etwas unpassend, aber dann wiederum ist das bei Verlagsbüchern nicht anders.

Sehr mitreißend geschrieben.

Für ein Debüt ist das wirklich gut!

Meinung/Fazit:

War denke ich klar worauf das Fazit hinausläuft.

Nicht nur war es eine wunderschöne und gut recherchierte Geschichte, sie hat für mich persönlich auch Mehrwert.

Die Ausflüge in die Vergangenheit haben meine Faszination fürs Mittelalter nur noch angeheizt, und ich frage mich wirklich warum ich damals nicht Geschichte studiert habe.

Definitiv werde ich in den nächsten Tagen noch ein paar Burgen besichtigen und ich freue mich jetzt schon, wenn Mittelaltermärkte wie früher wieder stattfinden.

Die Emotionen in dem Buch waren richtig greifbar, und ich habe die ganze Zeit mitgefiebert.

Wenn ich am Anfang noch dachte. „Wo geht das ganze fast 700 Seiten lang hin?“, konnte nach dem ersten Drittel schon nicht mehr aufhören und habe mich einfach aufs weiterlesen gefreut.
Ich könnte jetzt nicht behaupten das irgendwo etwas unnötig war.

Es war ein richtig schönes Abtauchen in vergangene Zeiten, klare Empfehlung.

Werde ich den zweiten Band lesen?

Es gibt natürlich keinen zweiten Band, denn das Buch wurde bereits wunderschön zu Ende gebracht.

Ich melde mich hiermit freiwillig für alle weiteren Bücher von Tala T. Alsted 😉

Meine Lieblingszitate (die darüber hinaus auch zum Nachdenken und fantasieren über Zeitreisen anregen):

„Sie rollen in einer langen Wagenkolonne, die entlang des Flussufers in die gleiche Richtung kriecht. Vielleicht stehen hier 800 Jahre später Autos im Stau, denkt Katharina, aber die Erinnerung an Motorenbrummen und glänzendes Blech erscheint ihr bereits blass- noch Jahrhunderte entfernt.“

Lindenherz, S. 525

„Sie ist nicht weg“, greift er das Thema nach einer Weile mit noch mehr Überzeugung wieder auf.
„Wenn es an irgendeinem Ort einen Spiegel, einen Baum, eine Brücke gäbe, an dem du 824 Jahre und einen Tag zurückreisen könntest, würdest du sie treffen…“

Lindenherz, S.618

Extra:

Ich empfehle auch die Autorin direkt auf ihrem Blog zu besuchen:

WortlichtBlog

Hier findest du viele Berichte zur Entstehung von „Lindenherz“ und viele weitere interessante Artikel übers Mittelalter, zusammen mit aktuellen Rezensionen.



2 Gedanken zu „„Lindenherz“ von Tala T.Alsted

  1. Hallo Josephine!
    Wow, vielen lieben Dank für deine tolle Rezension! Das macht meinen Sonntag (hier scheint sogar die Sonne) gleich noch schöner!
    Ich finde deine Anmerkungen und auch deine Gedanken vor dem Lesen sehr hilfreich! Mein nächstes Hardcover wird also ein paar Millimeter breiter sein 😉 Dauert aber bestimmt noch ein bisschen, auch wenn ich schon wieder schreibe.
    Ich freu mich, dass du Spaß beim Lesen hattest, ich bin beim Schreiben auch völlig abgetaucht in Katharina und Johanns Welt. Den Namen Katharina hatte ich mir damals ausgesucht, weil das ein Name ist, der über Jahrhunderte konstant modern geblieben ist. Darüber wundert sich im 12. Jahrhundert niemand. Aber klar, zur Zeit ist er etwas weniger populär geworden, aber immer noch in den Top 100 🙂
    Du hast ganz tolle Zitate rausgesucht – voll schön !
    Also ganz lieben Dank, ich werde auf meinem Blog natürlich verlinken und mir ein paar Zeilen deiner Rezension rausgreifen, wenn du nichts dagegen hast.
    Viele liebe Grüße,
    Tala

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.