„Skinborn“ von Joy Styx

„Skinborn“ von Joy Styx

Rezension zu „Skinborn“ von Joy Styx

Werbung, da Rezensionsexemplar

Buchdetails

Skinborn: Heiße Küsse, scharfe Krallen: Werwolf-Romance

ISBN: B09C246NVF
Sprache: Deutsch
Ausgabe: E-Buch Text
Verlag: Feuertanz-Verlag
Erscheinungsdatum: 05.08.2021

Woher?

Diese Buch hat mich auf Lovelybooks angelacht (ich meine Werwölfe, hallo?! Erster!), deshalb habe ich mich bei der Leserunde beworben und wurde ausgelost. Ich bedanke mich hiermit auch herzlich beim VA- Verlag (Label  Feuertanz-Verlag ) für das Printrezensionsexemplar, ich habe mich sehr gefreut und das Buch an einem Tag „verschlungen“ 😉

Erwartungen:

Wer schon ein paar meiner Rezensionen gelesen hat weiß, dass ich normalerweise keinen Klappentext einfüge. Die Bücher kennt ihr meist eh schon, und wollt wahrscheinlich nur rausfinden ob ihr es lesen wollt oder nicht- bei diesem Buch beginne ich mit dem Klappentext, weil er erstens echt gelungen ist und zweitens, ihr dieses Buch wahrscheinlich noch nicht kennt. Also hier der Klappentext:

Skinborn – Hautgeburt. Nur eine von vielen Bezeichnungen, die ich mir anhören muss. Die beschreiben, wer ich bin. Oder besser: was ich bin.

Mein Name ist Lynn, ich bin sechzehn Jahre alt und Expertin im Nicht-dazugehören, Zwischen-den-Stühlen-sitzen und allgemeinem Außenseitertum. Dazu vielleicht noch ein wenig frühreif, aber es wäre nett, wenn ihr das gegenüber meinen Pflegeeltern nicht erwähnt, sonst gibt’s nur wieder Ärger.

Wie arg es um mich wirklich bestellt ist, erfahre ich allerdings erst, nachdem ich eines Morgens mitten im Wald aufwache. Ohne einen Fetzen Stoff am Leib und mit eben so wenig Ahnung, wie ich da hingekommen bin. Doch die Suche nach meiner Herkunft geht weit darüber hinaus, den Weg aus dem Wald zu finden. Was ich dabei erfahre, stellt mein ohnehin nicht geradliniges Leben endgültig auf den Kopf – und zwar mit Anlauf und Doppelsalto. Beziehungsweise mit Fell und Fangzähnen. Und dass in dem ganzen Chaos mein heimlicher Schwarm kräftig mitmischt, macht die Sache zwar ausgesprochen reizvoll, aber nicht unbedingt einfacher.

Begonnen hat die Geschichte allerdings schon vorher und ohne meine Beteiligung, mit einer scheinbar harmlosen, wenn auch nicht jugendfreien Begegnung am Straßenrand, auf dem Weg von L.A. nach Las Vegas …

Zurück zu meinen Erwartungen:

Der Klappentext lässt ein Urban-Fantasy Jugendbuch erwarten, doch die Einladung zur Leserunde korrigiert gleich falsche Erwartungen mit dem Satz „Dieses Buch ist kein Teenie-Roman, da es erotische Szenen enthält“.
Nicht nur der Klappentext war für mich ansprechend (nochmal: Werwölfe, hallo?! So was von dabei) das Wort „erotische Szenen“ hat mich noch zusätzlich neugierig gemacht.

Cover/ Qualität Print:

Das Coverbild gefällt mir sehr gut und passt auch zur Story. Was mich ein wenig stört ist der Verlagsname und der Name der Autorin. Ich weiß nicht ob es am Design, an der Schrift oder der Druckerei liegt, aber die Schrift ist kaum lesbar und sehr verschwommen. Das Buch selbst ist von Amazon gedruckt. Die Qualität der Seiten ist sehr gut, nur die Buchdeckel wollen sich unbedingt wölben…

Setting:

Das Buch ist in drei Teile gegliedert.

Im ersten Teil begegnet der Biker Doug auf dem Weg nach Las Vegas einer hübschen First Native am Straßenrand und nimmt sie mit. Doch die dunkelhaarige knapp bekleidete Schönheit ist nicht, was Doug denkt. In einem Motel kommt es zum Kampf zwischen Chenny und einem Mitglied des verfeindeten Stammes in Wolfsgestalt und Doug erfährt die Wahrheit. Als wäre das noch nicht alles, ist Chenny auch von ihm schwanger….

Im zweiten Teil erwacht die Tochter der beiden mitten im Wald und erfährt, was sie wirklich ist. Doch ihr Vater hat sie damals zum verfeindeten Stamm ihrer Mutter gebracht, und auch in diesem Rudel ist Lynn nicht richtig willkommen. Sie begibt sich auf die Suche nach ihren Eltern und der Wahrheit.

Im dritten Teil hat Lynn ihre Eltern gefunden, doch nichts ist einfach. Das Rudel ihrer Mutter befindet sich mit allen anderen im Krieg. Die Lage eskaliert, als der Rudelführer von Lynn Wind bekommt…

In allen drei Teilen gibt es viel Sex, wollte ich hier noch anmerken.

Schreibstil:

Die Geschichte wird aus der Sicht der drei Protagonisten erzählt. Dabei gefällt mir, dass diese nicht wie bei anderen Büchern durcheinander erzählen, sondern die Sichtweisen gleichzeitig das Buch in drei Teile gliedern. Dazu hat jeder Teil bzw. jeder Prota seine eigene Sprache und auch eigenen Stil, indem er die Geschichte erzählt. Jeder Teil für sich ist locker und flüssig geschrieben, meist sogar eher Richtung Umgangssprache. Das ist der Autorin für mich sehr gut gelungen und auch authentisch. Man merkt der Autorin die Erfahrung an, denn meiner Meinung nach kann das Buch sprachlich mit den Büchern großer Publikumsverlage locker mithalten (und ich lese größtenteils Bücher großer Verlage, bin da also schon recht verwöhnt).

Charaktere:

Auch die Charaktere sind gut gelungen. Mir ist zwar nicht jeder Charakter (und Prota) sympathisch, aber jeder ist lebendig und authentisch beschrieben. Die Entscheidungen sind weder immer richtig noch gut, dafür meist nachvollziehbar. Aber alles andere wäre mir auch zu langweilig gewesen…

Was für das Buch spricht:

  • Ich habe es an einem Tag gelesen
  • Ein neues Bild über Werwölfe (bzw. ein altes Bild in neuem und aufregendem Gewand). Lykantropen haben mich schon immer fasziniert, und auch diese Auslegung der Mythen und Legenden finde ich sehr gelungen
  • Ein unglaublich toller und lockerer Schreibstil
  • Der Schluss war für mich nicht vorhersehbar, und hat mir gefallen
  • Viele heiße Szenen

Was dagegen spricht:

Dagegen ist vielleicht nicht das richtige Wort, aber es gibt das ein oder andere das ich noch erwähnen möchte.
Zum einen haben die Protagonisten zweifelhafte Ansichten zu Verhütung. Da kann ich der Autorin aber an dieser Stelle keine Standpauke halten, da ich aus Erfahrung weiß das Protas nicht immer das tun was sie sollen. Es passt zweifelsohne zur Geschichte, und ich möchte positiv anmerken, dass das Thema Verhütung zumindest immer thematisiert wird, auch wenn die Hauptfiguren dann doch einfach ihren Trieben folgen (und eben keine perfekten Entscheidungen treffen). Wäre das Thema Verhütung gar nicht thematisiert, hätte mich das viel mehr gestört. Denn so konnte ich die Handlungen zwar doof finden, aber musste mir nicht zusätzlich beim Lesen den Kopf zerbrechen (mach ich nämlich gerne, wenn was nicht ins echte Leben passt) und konnte mich der Geschichte einfach hingeben, weil ich eben wusste warum und mich nicht fragen musste.

Das zweite ist die, mmh wie schreibe ich das, ich würde sagen die nicht zeitgemäßen „Gedanken“ von Doug. Ich tue mich wirklich schwer damit, zu beschreiben was ich meine, doch am ehesten trifft es wohl mein häufigster Gedanke beim Lesen der ersten Seiten und zwar war der: „Darf man das noch“ also im Sinne von „Darf man das so heute noch schreiben/denken?“
Diese Fragen beziehen sich auf die Gedanken von Doug, mit denen er Chenny auf ihren Körper und den möglichen Sex reduziert.

Bei einem männlichen Autor hätte ich wahrscheinlich gedacht „Nee geht gar nicht“ aber bei der weiblichen Autorin denke ich „Alle Achtung wie die das hingekriegt hat und mutig oben drauf“
Ok, ok tun wir so als wäre der letzte Absatz Spaß und schieben ihn beiseite.

Wir könnten hier ein Fass aufmachen, brauche ich aber gar nicht. Tatsächlich war ich in erster Linie sehr fasziniert davon, außerdem gefiel mir der Stil des ersten Teils am besten. Davon abgesehen arbeite ich hauptsächlich mit Männern zusammen und weiß, dass diese Gedanken die Realität gut widerspiegeln (es gibt Ausnahmen). Dadurch wird der erste Teil eben auch authentischer (ich weiß, dieses Wort schon wieder) für mich, auch wenn ich das gesellschaftlich schwierig finde. Denn ganz ehrlich, das Gegenteil hätte ich der Autorin nicht abgekauft. Als wenn schon mal ein Biker eine knapp bekleidete hübsche First Native am Straßenrand gesehen hätte und ernsthaft dachte: „Boah, die arme, der gebe ich meine Jacke und bring sie sicher zur ihren Eltern zurück“ oder noch besser „Die sieht aus als könnte ich mich der gut über Bücher und Geschichte unterhalten“ , ja ne, ist klar. Von daher bleibts einfach bei meinem offiziellen Lieblingswort authentisch bis die Menschheit so weit ist und solange sollten Autoren die Welt so abbilden, wie sie wirklich ist, inklusive den Dougs.

Meinung/ Fazit:

Das Buch hat mich alles in allem gut unterhalten und ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Mir persönlich hat der Schreibstil unglaublich gut gefallen, und ich freue mich schon auf weitere Bücher der Autorin.

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